Die Sonate für Violine und Klavier ist ein Werk des Übergangs. In jenen Jahren spürte ich, dass mir meine musikalischen Wurzeln – die Musik Schönbergs, Bergs und Weberns – nicht mehr genügten, und ich suchte nach anderen Perspektiven, ohne diese neuen Wege aber noch beschreiten zu können. Die Sonate ist daher in mancherlei Sinn ein „unfertiges Werk“: auf der einen Seite stehen komplexe Wucherungen, vielfältige Überlagerungen und Prozesse, auf der anderen Seite heterogene Einschübe, Jazz-Elemente und ein Hinterfragen des „Wienerischen espressivo“. In formaler Hinsicht ist das Werk eine Vergrößerung der formalen Anlage der 2 Stücke für Violoncello und Klavier (1997): ein erster schneller Satz wird von einem zweiten Adagio-Satz gefolgt.
Entstehung: 2000
UA: 29.4.2002, Gesellschaft für Musik Wien, Hanuschgasse 3, 1010 Wien
Interpreten: Yuko Aragaki (Violine), Kaori Nishii (Klavier)