13 Miniaturen nach Giuseppe Ungaretti für Bassstimme, Bassklarinette und Klavier

Die 13 Miniaturen nach Giuseppe Ungaretti für tiefe Stimme, Bassklarinette und Klavier sind für mich als Komponist und Sänger ein wichtiges Werk – als Sänger, weil ich dieses Stück oft selbst interpretiert habe, und als Komponist, weil die Aufgabe Miniaturen zu komponieren für mich eine besondere Herausforderung darstellte.

Manche dieser 13 Miniaturen sind bloß ca. eine halbe Minute lang. Dies erfordert u.a. auch eine besondere Konzentration des Ausdrucks: es kommt tatsächlich auf jeden einzelnen Ton und auf jede einzelne Pause an. Ändert man nur die geringste Nuance, ändert sich auch der Ausdruck der gesamten Miniatur. In diesem Sinne habe ich auch mit Professor Urbanner an diesem Werk gearbeitet.

Das Stück sollte nicht durchgehend mit der Stimme des ausgebildeten Sängers gesungen werden, sondern der Interpret sollte sich um die vielfältigsten stimmlichen Facetten bemühen – vom Beinahe-Flüstern und vom falsettartigen Mischton bis zur dynamischen Obergrenze des gesungenen Tons.

Die Gedichte von Giuseppe Ungaretti haben mich besonders beeindruckt. In seiner knappen, aber dennoch äußerst präzisen Sprache gelingt es ihm, atmosphärische Skizzen zu entwerfen, deren eindringlicher Bildhaftigkeit sich der Leser oder Hörer trotz oder gerade wegen der beinahe „asketischen“ Kürze dieser haiku-artigen Poetik nicht entziehen kann. Zum besseren Verständnis können die kongenialen Übersetzungen Ingeborg Bachmanns dienen.

Entstehung: 1998
UA: 1998, Universität für Musik Wien
Interpreten: Lukas Haselböck (Bass), Chris Woods (Bassklarinette), Richard Pfadenhauer (Klavier)

Partitur als PDF-Download