Wiener Blut für Mezzosopran, Violine und Violoncello

Schräge Chansons nach Manfred Chobot, Nikolaus Dominik, Rudolf Kraus und Matthias Politycki für Mezzosopran, Violine und Violoncello (2009)

Diese Komposition geht auf eine Anregung von Fritz Keil zurück, der bei mir ursprünglich ein Stück für Stimme und Streichquartett bestellt hatte und mir in diesem Zusammenhang verschiedene zeitgenössische Chansontexte zur Auswahl geschickt hatte. Aus diesen Texten wählte ich Gedichte von Manfred Chobot, Nikolaus Dominik, Rudolf Kraus und Matthias Politycki aus und formte daraus einen Spannungsbogen, der von der Schwärze des Beginns über erotische Klang- und Wortgebilde in die Klimax einer morbid-ironischen Hymne an Wien mündet. Dieser Höhepunkt, dessen Melodie einem bekannten Wienerlied entnommen ist, versandet immer mehr, und am Ende steht eine Überraschung: Einer der Instrumentalisten beginnt einen kurzen Dialog mit der Sängerin, der zu einer abrupten Schlusspointe führt. Die Anregungen zu diesem Stück liegen demnach auf der Hand: auf der einen Seite das Schaurig-Schöne, das dem Wiener nur allzu vertraut ist, auf der anderen Seite das klangliche Potenzial Neuer Musik, das dieser erotisierenden Morbidität eine neue Perspektive verleiht.

Entstehung: 2009
UA: 12.2.2010, Villa Gnad Wien, Goldmarkplatz 8, 1130 Wien
Interpreten: Daniela Küblböck (Mezzosopran), Botakoz Mukasheva (Violine), Edda Breit (Violoncello)

Partitur als PDF-Download