Sonate

Die Sonate für Klavier ist in einer schwierigen Phase meines Lebens entstanden. Im Sommer 2006 hatte ich einen schweren Autounfall und musste bis zum Jänner 2007 ein halbes Jahr zu Hause verbringen. Arbeiten war nur teilweise möglich, aber zum Glück schaffte ich es, erste Fundamente zu meinem Buch über Gérard Grisey zu legen und eine dreisätzige Klaviersonate zu komponieren.

Kompositionstechnische Basis dieser Sonate ist eine strenge Prozessualität, in der immer eines aus dem anderen hervorgeht, in der zeitliche Abstände und intervallische Elemente sich sukzessive verkleinern und vergrößern und so eine nachvollziehbare Logik schaffen. Diese Kompositionstechnik wurde sicherlich auch durch meine Grisey-Studien angeregt, ist doch die Vorliebe Griseys für ein prozessuales Werden bekannt. Dennoch ist die Ästhetik und die musikalische Klangwelt dieser Sonate eine gänzlich andere.

Im ersten Satz (Maestoso) ist der konventionelle Aufbau der Sonatenhauptsatzform zumindest aus der Ferne zu spüren. Die Reprise ist im Verhältnis zur Exposition bogenförmig gebaut. Nach einem langsamen zweiten Satz (Larghetto) folgt der letzte Satz (Presto), eine Art von Perpetuum mobile, wobei am Schluss Fragmente des ersten Satzes wiederkehren.

Entstehung: 2006
UA: 15.4.2009, Haus der Komponisten, Ungargasse 11, 1030 Wien
Interpret: Thomas Hlawatsch

Partitur als PDF-Download