Alte Meister. Dramolett für 2 Sänger (oder 2 Schauspieler) nach Thomas Bernhard

 

Bei diesem halbszenischen Dramolett für zwei Sänger oder zwei Schauspieler handelt es sich nicht um meine erste Auseinandersetzung mit dem Werk von Thomas Bernhard – bereits 2001 hatte ich eine Kantate komponiert, in der ich Bernhards frühe Lyrik Gedichten von Gryphius gegenübergestellt hatte.

Von Bernhards Gedichten, die noch von einem Hauch von Nostalgie durchzogen sind, unterscheidet sich seine Prosa fundamental: sie ist bekanntermaßen repetitiv, überbordend, ironisch. Dies verlangt nach einer musikalischen Umsetzung, zu der ich mich erst spät bereit fand. Der Roman Alte Meister, den ich bereits in meiner Studienzeit gelesen hatte, regte mich 2014 zu einer kleinen musikalischen Szene, einem „Dramolett“ an. Im Mittelpunkt steht die für Künstler, aber auch für Musikanalytiker wie mich bedrohliche Aussage: „Je länger wir ein Kunstwerk betrachten desto lächerlicher wird es“. Wie kann es sein, dass die großen Kunstwerke, die wir lieben, derart in Zweifel stehen? In meinem Stück hat dies eine Erregung zur Folge, die in einem manischen Gestammel mündet.

Vieles in diesem Stück verdanke ich meiner Zusammenarbeit mit dem wunderbaren und leider schon verstorbenen Otto M. Zykan. Über den untenstehenden Link können Sie das Video der Uraufführung mit Johann Leutgeb und mir öffnen.

 

Entstehung: 2014

UA: 24.9.2014, Off-Theater Wien

Interpreten: Lukas Haselböck, Johann Leutgeb

 

Partitur als PDF-Download