Fünf Animalia nach Christian Morgenstern für Bassstimme und Klavier

Als ich im März 2012 humoristische Vokalminiaturen von Willi Spuller und Franz Zebinger für einen Liederabend einstudierte, fiel mir zufällig ein Band mit Gedichten Christian Morgensterns in die Hände, und ich beschloss spontan, für diesen Anlass einen kurzen, humoristischen Liederzyklus zu komponieren. Aus den bekannten Galgenliedern Morgensterns wählte ich fünf Tiergedichte aus, die mir in ihrer Skurrilität besonders geeignet erschienen.

Die auffälligsten Eigenheiten dieses Zyklus sind einerseits schauspielerisch-aktionistische Elemente - tonlose Mundbewegungen in Des Fisches Nachtgesang, der Tod des Raben in km 21 -, andererseits ein breites Ausdrucksspektrum zwischen (nicht nur, aber vor allem) tonaler Zitathaftigkeit (Schuberts Forelle und Ausschnitte aus der Winterreise, Schönbergs Klavierstück op. 19/6 und der Flohwalzer), vokalen Flageoletttechniken und Sprechgesang sowie der dissonanten Dichte mehrschichtiger Strukturabläufe.

 

Entstehung: März 2012

UA: noch nicht aufgeführt