Elmar Seidel, in: Ars organi, 4/2002, S. 255–256: über: Analytische Untersuchungen zur Motivischen Logik bei Max Reger, Wiesbaden 2000 (= Schriftenreihe des Max-Reger-Instituts Karlsruhe, Bd. XIV): „Regers Musik gilt „auch heute noch als schwer verständlich [...]. Selbst dem engagierten Analytiker, der sich müht, sie zu durchschauen, bereitet sie oft Schwierigkeiten. Lukas Haselböck ist sich dessen bewusst. Er betont die Besonderheit des Komponisten Reger und wertet ihn weder als ‚Spätromantiker’ noch als Vorläufer des nur um ein Jahr jüngeren Arnold Schönberg. Er bemüht sich, Regers ‚Eigenständigkeit analytisch zu dokumentieren’. [...]. Klar und verständlich erläutert er eine bestimmte, von Reger entwickelte neue Art des Variierens [...] Eindrucksvoll und lehrreich sind des Verfassers Ausführungen über ‚Regers Weg zur Sinfonie’ (S. 69–169) [...]. Haselböcks Buch, eine Wiener Dissertation, ist eine kenntnisreiche und wohlfundierte Arbeit. Es lohnt sich, sie zu studieren. Es wäre wohl zu wünschen, sie würde zu weiteren, ähnlich gründlichen Untersuchungen der motivisch-thematischen Arbeit in Regers Werk anregen.“
Herwig Knaus, in: Musikerziehung, 56. Jg., 1/2002, S. 71–72, über: Analyse zur Vermittlung von Musik und Werbung für Komponisten. Eine Anthologie für Gottfried Scholz zu seinem 65. Geburtstag (= Publikationen des Instituts für Musikanalytik Wien, Bd. 6), Frankfurt 2001: „Lukas Haselböck […] geht kundig auf den zu Unrecht vergessenen Komponisten Max Reger ein, im besonderen auf das Spannungsfeld seiner langsamen Sätze. In der Analyse des Klavierquartetts A-Dur op. 26 von Johannes Brahms versucht er, die ‚Erzählstrukturen’ dieses intimen Kammermusikwerkes analytisch nachzuzeichnen.“
Georg Beck, in: Neue Musikzeitung 4/04, S. 47, über: Friedrich Cerha-Symposium 2004: „Das um die Requiem-Uraufführung herumgebaute Cerha-Symposium, ausgerichtet von der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien unter Leitung des jungen Musikwissenschaftlers Lukas Haselböck, gab [...] manchen Fingerzeig, verortete Cerha zielsicher im ‚Spannungsfeld von Unbotmäßigkeit und Althergebrachtem’ [...]. Alles in allem entstand so das (noch keineswegs vollständig ausgeleuchtete) Bild eines Komponisten, der in sich (scheinbar) Disparates verbindet.“
Stefan Drees, in: Neue Zeitschrift für Musik 3/2007, über: Friedrich Cerha: Analysen - Essays - Reflexionen: „Angesichts der bislang eher zögerlichen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Persönlichkeit und Schaffen Friedrich Cerhas erweist sich der vorliegende Band mit seiner gleichsam stichpunktartigen Ausleuchtung verschiedener Werkgruppen und Tätigkeitsfelder als höchst erfreuliche Publikation.“
In: Klang : punkte (Herbst 2007), über: Friedrich Cerha: Analysen – Essays - Reflexionen: „Während Friedrich Cerhas Präsenz im internationalen Musikleben weiter im Wachsen begriffen ist, hinkt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seinen Werken quantitativ deutlich nach – ein merkwürdiger Querstand, den nun ein von Lukas Haselböck herausgegebener, lesenswerter Band mildern hilft“.
Martin Kapeller, in: ÖMZ 6/2009, S. 35f., über das Symposion „Klangperspektiven“: „Der 1979 von Hugues Dufourt geprägte Begriff „musique spectrale“ bzw. Spektralmusik ist im deutschen Sprachraum längst ein Markenzeichen: Er wird häufig verwendet und nur selten wird geklärt, was damit eigentlich gemeint ist […]. Nun hat Lukas Haselböck, der mit der französischen Musik der letzten Jahrzehnte eng vertraut ist, ein Symposion veranstaltet, das ein Stück weit Klarheit in das gerüchtehafte Begriffsfeld bringen konnte, und in dieser Absicht ein reichhaltiges Programm […] zusammengestellt. Das rege Publikumsinteresse machte deutlich, wie sehr es sich dabei um ein längst einzulösendes Desiderat handelte.“
Stefan Drees, in: Die Tonkunst, Januar 2010, über: "Gérard Grisey: Unhörbares hörbar machen": "Trotz der zunehmenden Präsenz, die Gérard Griseys Musik inzwischen in den Konzertsälen erfährt, hat sich die deutschsprachige Musikwissenschaft bislang eher zurückhaltend mit dem Schaffen des früh verstorbenen französischen Komponisten auseinandergesetzt. Insofern ist Lukas Haselböcks verdienstvolle Studie tatsächlich die erste umfassende Untersuchung, die sich [...] dieser Aufgabe widmet und damit der gewichtigen Monografie von Jerome Baillet ein ebenso gewichtiges und sogar besser fundiertes Pendant gegenüberstellt. Die Entscheidung des Autors, dem Komponisten das gern gebrauchte Etikett eines so genannten "Spektralisten" zu verweigern, macht das Buch um so bedeutsamer: Denn mit ihr geht eine Schwerpunktverlagerung einher, die von Pionierwerken wie "Partiels" (1975) wegführt und sich dezidiert 'eine(r) Erörterung der vielfältigen Perspektiven spektralen Komponierens bis zum Ende des 90er Jahre' zuwendet, in deren Kontext Griseys Werke als wiederum besondere Ausformung positioniert werden. Bereits dieses Detail verdeutlicht, dass Haselböck nicht den Weg des einfachsten Widerstands gehen möchte, sondern die Verortung von Griseys Schaffen in umfassenderen Zusammenhängen anstrebt - eine Aufgabe, der er mit Gedankenfülle und Materialreichtum begegnet, indem er Hintergründe aufzeigt und diverse philosophische wie kompositionstechnische Ansätze skizziert. Aufbau und Ergebnisse der auf sehr hohem Reflexionsniveau angesiedelten Studie lassen erkennen, dass der Autor über ein ausgesprochen feines Sensorium für die unterschiedlichen Seiten der Problematik verfügt: Seine Überlegungen zur Ästhetik und zu den Problemen einer genaueren, wider die einseitige Deutung gerichteten Bestimmung der Postmoderne als innere, durch Kritik gefilterte Erneuerung der Moderne stehen stellvertretend für das Bemühen um ein differenziertes Erfassen diverser Nuancen von philosophischen Diskursen wie jenen zu Moderne/Postmoderne und Strukturalismus/Poststrukturalismus. Hier wird behutsam und unter weit reichender Kenntnisnahme der Literatur eine Matrix entworfen, die Haselböck anschließend als Grundlage für die weiteren Ausführungen nutzt, und die ihm ästhetische Prämissen ebenso liefert wie Ansätze zum Verständnis von Griseys kompositorischer Entwicklung. [...] Die Abrundung durch eine Reihe von Verzeichnissen sowie durch die einleitende biografische Skizze macht den Band darüber hinaus zu einem umfassenden Kompendium, das trotz seiner Komplexität [...] auch eine kompakte Einführung in Leben und Werk Griseys bietet. Besonders wertvoll ist hier neben der ausführlichen Bibliografie die Ergänzung des Werkverzeichnisses mit Notizen zum Skizzenmaterial in der Paul Sacher Stiftung Basel sowie die Ausdehnung diskografischer Angaben auf unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Bestand des Centre de Documentation de la Musique Contemporaine Paris. Das umfangreiche Register unterstützt die Erschließung jenes begrifflichen Apparats, den Haselböck in Bezug auf die philosophischen und kulturgeschichtlichen Diskurse nutzt, beinhaltet aber selbstverständlich auch Verweise auf alle erläuterten Kompositionen."