Texte

vor dem verschwinden – WERFEN
WERFEN in die wiese sich kopf über, und
beine stengeln, die stengel stutzen, blätter und blumen
bauschiges niedermähen, geiles gras grapschen, gras, und
ganz und gar rollig sein, blütenbauch und busengekitzel
käfern sich rückenwärts, erdig, erde, in erde, und
kleesüße, vogeldreck, sonnengeflecktes, schmetterlingsschlag
wimpern, schlieren, schnecken, kot, und
ameisen, alles, alles befühlern, betasten, krabbelnd bepicken
beschnuppern, bespuren, blumen, und
wind werden, sporen, motten, hummeln, flügel, vögel, alles
alles sei halswärts, sei himmel-, WERFEN, sich werfen, und

vor dem verschwinden – GLAUBEN
GLAUBEN, darin ein verschlossener garten
meine schwester, braut unter dem schotter
zwei tauben sind ihre augen, verblichen
ihr gesicht, ihre glieder, ihr haar
auch das windrad vergaß gleich gott allmählich
vergaß sich über ihr zu drehen
langsam haben sich
fliederzweigsträhnen haben sich
über die bleichen steine gekämmt

vor dem verschwinden – FRAGEN
FRAGEN nicht mehr
wieder und wieder
was, was hat sie
SAMMELN, da waren
in all den altkleidersprachen
doch auch sommer
wiesen, tage, als verschöben nur wolken
licht, darin, last & lost, puppenkopf
förmchen und pferde, buntstiftblumen, garten
gezäunt ihr rock, kniestrumpf und turnschuh, zahn
spangenrot, ihr fahrrad im flieder, flirren, das flirren
zeitgebreitet über den gleisen warum, was
was hast du gesehen?

vor dem verschwinden – DREHEN
DREHEN, wenn sich dann umdrehen, dann
diesen einen herzschlag lang nicht mehr wo
und wo zu leben einen ort es
noch, noch einmal DREHEN, sich drehen, und